Die kleine Trauung fand nicht in einem prachtvollen Saal, nicht in einer Kirche mit hohen Fenstern und auch nicht unter funkelnden Lichterketten statt.
Sie fand in einem Pflegeheim statt — in einem schlichten Gemeinschaftsraum mit abgewetzten Sesseln, gedämpftem Licht und dem leisen Duft von Kölnisch Wasser und Vanillekuchen in der Luft.
Es war keine kreative Entscheidung, kein moderner Hochzeitstrend und schon gar kein Versuch, anders zu sein als andere.
Es war schlicht der einzige Weg.
Meine Großmutter Moira Keller war neunundachtzig Jahre alt.
Die Jahre hatten ihre Hände durch schwere Arthritis verdreht, und ihr Herz war schwach geworden.
Seit Monaten wiederholte sie immer wieder denselben Satz, jedes Mal mit einem ruhigen, sanften Lächeln:
„Ich brauche kein großes Fest … ich möchte dich nur sehen.“
Also beschlossen wir genau das möglich zu machen.
Wir schmückten den Raum mit kleinen Blumensträußen in einfachen Glasvasen.
Eine weiße Girlande wurde vorsichtig entlang der Wand gespannt, an der sonst die Bewohner ihre Geburtstage feierten.
Auf einem Tisch standen Softdrinks, ein paar Teller mit Kuchen und Plastikbecher.
Alles war schlicht.
Alles war ehrlich.
Mein Verlobter Evan Brooks stand neben mir in einem dunklen Anzug.
Seine Krawatte war leicht schief gebunden, und seine Hände zitterten vor Nervosität.
Mein Kleid war gebraucht, ohne Marke und ohne Designeretikett.
Doch in diesem Moment fühlte ich mich schöner als je zuvor in meinem Leben.
Bis sie den Raum betraten.
Meine Mutter Diane Keller kam zuerst herein.