„Sie hat Ja gesagt.“
Meine Mutter richtete ihren lachsfarbenen Blazer und strich unsichtbare Falten glatt. Ihre Augen trafen meine nicht.
„Dann lass mich in einer Sache ganz klar sein“, sagte sie ruhig. „Wenn du sie heiratest, wag es nicht, mich jemals wieder um etwas zu bitten. Du entscheidest dich für dieses Leben, Jonathan.“
Ich wartete auf mehr – einen Atemzug, ein Zögern, irgendetwas, das Zweifel verriet. Aber ihr Gesicht blieb unlesbar. Sie zuckte nicht, sie kämpfte nicht.
Sie ließ mich einfach gehen. Und ich ging.
Anna und ich heirateten ein paar Monate später im Garten einer Freundin. Es gab Lichterketten, Klappstühle und dieses Lachen, das nur Menschen kennen, die ohne Fassade leben können.
Wir zogen in eine kleine Mietwohnung mit klemmenden Schubladen und einem Zitronenbaum im Garten. Aaron strich sein Zimmer grün und hinterließ Handabdrücke an der Wand.
Drei Monate später, während wir im Supermarkt Müsli aussuchten, schaute Aaron zu mir hoch und lächelte.
„Können wir die mit Marshmallows nehmen, Dad?“
Er merkte nicht einmal, dass er es gesagt hatte. Aber ich schon. In dieser Nacht weinte ich in einen Stapel frisch gewaschener Wäsche. Und zum ersten Mal fühlte es sich an, als könnten Trauer und Freude im selben Raum existieren.
Wir lebten ruhig. Anna arbeitete nachts, und ich kümmerte mich um das Abholen von der Schule, packte Pausenbrote und wärmte das Abendessen auf.
Samstags schauten wir Cartoons, tanzten mit Socken im Wohnzimmer und kauften auf Flohmärkten grundlos unpassende Tassen.
Meine Mutter rief nie an – nicht, um zu fragen, wie es mir geht, nicht, um zu wissen, wo ich bin. Dann, letzte Woche, leuchtete ihr Name auf meinem Handy auf. Sie rief kurz nach dem Abendessen an, ihre Stimme scharf und gleichmäßig, als wäre überhaupt keine Zeit vergangen.
„Also ist das wirklich das Leben, das du gewählt hast, Jonathan.“
Ich zögerte und klemmte das Telefon zwischen Schulter und Wange, während ich eine Pfanne abtrocknete.
„Ist es, Mom.“
„Nun, ich bin nach meinem Urlaub wieder in der Stadt. Ich komme morgen vorbei. Schick mir die Adresse. Ich möchte sehen, wofür du alles aufgegeben hast.“
Als ich es Anna erzählte, zuckte sie nicht einmal mit der Wimper.
„Du denkst darüber nach, die Küche gründlich zu putzen, oder?“ fragte sie und schenkte sich Tee ein.
„Ich will nicht, dass sie reinkommt und alles verdreht, was sie sieht.“
„Sie wird es so oder so verdrehen. Das hier … das sind wir. Lass sie drehen, was sie will, das kann sie am besten.“
Ich putzte trotzdem, aber ich inszenierte nichts.