Das Fell war verfilzt und schlammig, ein Auge fehlte, und auf dem Rücken klaffte ein großer Riss. Die Füllung darin sah klumpig und trocken aus. Jeder andere hätte ihn liegen lassen.
Aber Mark drückte ihn fest an seine Brust.
„Kumpel“, sagte ich und ging neben ihm in die Hocke, „der ist schmutzig. Wirklich schmutzig. Lass uns ihn hierlassen, okay?“
Seine Finger verkrampften sich um den Bären.
„Wir können ihn nicht zurücklassen“, sagte er leise. „Er ist etwas Besonderes.“
Sein Atem veränderte sich. Ich sah diesen Blick in seinen Augen – diesen fernen, „gleich fange ich an zu weinen, aber ich versuche so sehr, es nicht zu tun“-Blick, der mich jedes Mal brach.
„Okay“, sagte ich schließlich. „Wir nehmen ihn mit nach Hause.“
Zu Hause verbrachte ich fast eine Stunde damit, den Bären zu reinigen. Vielleicht sogar länger.
Es wäre schneller gegangen, wenn ich ihn einfach eingeweicht hätte, aber Mark fragte, ob er in dieser Nacht mit ihm schlafen könne. Also achtete ich darauf, ihn nicht zu nass zu machen, damit er rechtzeitig trocknete.
Ich seifte ihn ein, schrubbte gründlich und benutzte dann den Nass-Trockensauger, um den Schmutz herauszuziehen. Erst nach mehreren Durchgängen sah er halbwegs sauber aus. Zum Schluss desinfizierte ich ihn mit Alkohol.
Dann nähte ich die aufgerissene Naht auf dem Rücken sorgfältig zu.
Mark beobachtete jeden Schritt. Er stand dicht neben mir, berührte den Bären alle paar Minuten, als müsste er sicherstellen, dass er noch real war, und fragte immer wieder, wann „Bear“ endlich fertig sei.
In dieser Nacht, als ich Mark ins Bett brachte, hielt er den Bären fest an sich gedrückt. Ich blieb einen Moment stehen und sah zu, wie er einschlief.
Dann beugte ich mich vor, um die Decke noch einmal zurechtzuziehen.
Dabei streifte meine Hand den Bauch des Teddys.
Im Inneren klickte etwas.
Ein lautes, plötzliches Rauschen platzte aus dem Inneren des Spielzeugs.
Dann drang eine Stimme durch den Stoff – klein, zitternd.
„Mark, ich weiß, dass du es bist. Hilf mir.“
Mein Blut gefror zu Eis.
Ich starrte den Bären an, mein Herz schlug so heftig, dass ich es im Hals spürte.
Das war kein Lied. Kein voraufgezeichnetes Kichern. Kein kaputtes Spielzeug.
Das war eine menschliche Stimme.
Die Stimme eines Kindes.
Und sie hatte den Namen meines Sohnes gesagt.
Ich blickte zu Mark.
Er schlief noch. Wie durch ein Wunder.
Behutsam zog ich den Bären aus seinem Griff, so vorsichtig, dass er nicht aufwachte. Dann schlich ich rückwärts aus dem Zimmer und ließ die Tür fast ganz zufallen.
Mein Kopf raste. Schreckliche Möglichkeiten schossen mir durch den Sinn.