„Amber… bitte… hör auf.“
Doch sie war noch nicht fertig: „Abschlussball ist für Dates… nicht für Wohltätigkeitsfälle!“
Es folgte noch mehr Gelächter. Jemand in der Nähe zog sogar sein Handy heraus. Ich spürte, wie mir die Hitze ins Gesicht stieg.
Dann spürte ich, wie sich der Rollstuhl bewegte.
Opa rollte langsam zur DJ-Kanzel in der Ecke. Der DJ beobachtete ihn kommen und drehte, zu seinem Verdienst, die Musik leise, ohne dass man ihn darum bitten musste.
Die Turnhalle wurde still, als Opa das Mikrofon ergriff.
Er sah Amber direkt über den stillen Raum hinweg an und sagte: „Mal sehen, wer wen blamiert.“
Amber schnaufte. „Du machst wohl Witze.“
Opa fügte mit einem kleinen Lächeln hinzu: „Amber, komm tanz mit mir.“
Ein Schwall schockierter Lacher ging durch die Menge.
Jemand hinten rief: „Oh mein Gott!“
Der DJ grinste. Die Schüler begannen zu jubeln. Amber starrte Opa eine Sekunde lang an, als hätte sie sich verhört.
Dann lachte sie wieder. „Warum um alles in der Welt solltest du denken, dass ich mit dir tanzen würde, alter Mann? Ist das irgendein Witz?“
Opa sah sie an und sagte: „Probier’s einfach.“
Amber bewegte sich nicht. Einen Moment lang stand sie einfach da. Der Jubel um sie herum verebbte, während alle Augen der Turnhalle auf sie gerichtet waren.
Opa neigte leicht den Kopf und fragte, ruhig wie immer: „Oder hast du Angst, zu verlieren?“
Ein Murmeln ging durch die Menge. Amber blickte sich um und erkannte, dass es jetzt keinen einfachen Ausweg mehr gab.
Endlich atmete sie aus, hob das Kinn und trat einen Schritt nach vorn. „Na gut. Dann machen wir’s eben.“
Der DJ startete einen flotten Song, und Amber trat auf die Tanzfläche mit der steifen Energie von jemandem, der jede Sekunde fürchtet. Dann rollte Opa langsam mit seinem Rollstuhl zur Mitte des Raumes.
Ich glaube nicht, dass jemand in diesem Raum auf das vorbereitet war, was als Nächstes geschah.
Opas Rollstuhl drehte sich, glitt, und er führte den Raum zwischen sich und Amber mit einer Anmut, die mehr als einen Menschen mitten im Satz verstummen ließ.
Ambers Gesichtsausdruck wechselte von Verärgerung zu Überraschung und dann zu etwas Ruhigerem. Sie bemerkte das Zittern in Opas Hand und wie seine rechte Seite die linke doppelt so stark arbeiten ließ. Und trotzdem bewegte er sich weiter.
Am Ende des Songs waren Ambers Augen feucht.