Sie schlief in 8A als der Kapitän fragte ob Kampfpiloten an Bord seien

Sie war wieder Captain Dalton.

Als sie sich Richtung Cockpit bewegte, lag die Aufmerksamkeit aller Passagiere auf ihr.

Ihr Herzschlag beschleunigte sich, Adrenalin kehrte zurück wie eine vergessene Welle.

Im Cockpit herrschte angespannte Stille. Kapitän und Erster Offizier wirkten erschöpft, ihre Gesichter ernst.

„Wir haben Teile unserer Flugsteuerung verloren“, erklärte der Kapitän. „Der Autopilot ist vor zwanzig Minuten ausgefallen.“

Er deutete auf den Radarschirm.

Mara beugte sich vor.

Ein anderes Flugzeug war in der Nähe. Zu nah. Zu konstant.

„Wie lange verfolgt es uns?“ fragte sie ruhig.

„Etwa fünfzehn Minuten. Kein Transpondersignal, keine Kommunikation. Es passt Geschwindigkeit und Höhe exakt an.“

Sofort erkannte sie das Muster.

Das war kein Zufall.

Das war Absicht.

„Haben Sie die Flugsicherung informiert?“

„Ja. Aber sie sehen nichts auf dem Radar. Für sie sieht es nach einem Systemfehler aus.“

Mara musterte die Anzeigen genauer.

Das Verhalten des unbekannten Flugzeugs war aggressiv, taktisch – genau wie bei militärischen Abfangmanövern.

„Aktivieren Sie die Außenkameras.“

Wenige Augenblicke später erschien das Bild.

Ein schlankes Flugzeug glitt dicht neben ihrer Tragfläche durch die Dunkelheit des Atlantikhimmels.

„Das ist kein Verkehrsflugzeug“, sagte Mara leise.

„Und definitiv nicht freundlich.“

Plötzlich knackte das Funkgerät.

„Flug 417, Sie verlassen Ihren Kurs. Ändern Sie Ihre Route gemäß den übermittelten Koordinaten.“

Mara griff zum Mikrofon.

„Dies ist ein ziviles Flugzeug auf einer regulären Route. Identifizieren Sie sich sofort.“

Die Antwort kam ohne Zögern.

„Befolgen Sie die Anweisung… oder tragen Sie die Konsequenzen.“

Das fremde Flugzeug zog gefährlich nah heran. Das gesamte Flugzeug vibrierte unter der Turbulenz. Panik breitete sich im Inneren aus.

„Sie versuchen uns einzuschüchtern“, sagte Mara.

„Wir können nicht entkommen“, antwortete der Erste Offizier.

„Dann fliehen wir nicht“, erwiderte sie ruhig.

„Haben Sie vollständige manuelle Kontrolle?“

„Ja, aber so etwas habe ich noch nie gemacht.“

„Ich schon.“

Sie setzte sich auf den Co-Pilotensitz.

Das unbekannte Flugzeug näherte sich erneut, aggressiv, berechnend.

„Sie testen uns“, erklärte Mara. „Jede Reaktion gibt ihnen Kontrolle.“

„Sie haben eine Minute“, knisterte die Stimme im Funk.

Mara ignorierte sie.

„Sie kommen gleich wieder vorbei“, sagte sie ruhig. „Wenn sie das tun, ändern wir plötzlich Höhe und Geschwindigkeit.“

„Mit 300 Passagieren? Das ist Wahnsinn.“

„Nein. Das ist Kontrolle.“