Später in der Woche wachte ich von einem Nickerchen auf, noch erschöpft von der Behandlung, als ich draußen ein Kratzen hörte.
Ich sah durch das Fenster und sah Ava, wie sie unseren alten Kartentisch auf den löchrigen Rasen schleppte. Sie ordnete ihre selbstgehäkelten Spielzeuge in ordentlichen Reihen, strich ihre Ohren glatt und steckte Preisschilder unter die winzigen Pfoten.
Sie hatte ein Schild gemacht: „Handgemacht von Ava – Für Mamas Medizin“, in schiefen lila Buchstaben.
Ich trat nach draußen, zitterte in meinem Pullover. „Ava, was ist das alles?“
Sie hielt kurz inne, arrangierte die kleineren Spielzeuge. „Ich will sie verkaufen, Mama. Für deine Medizin. Vielleicht geht es dir schneller besser, wenn ich ein bisschen helfe.“
„Ava, was ist das alles?“
Mein Hals zog sich zusammen. „Schatz, das musst du nicht –“
Sie stürzte auf mich zu und umarmte mich fest. „Ich will, Mama. Ich mache das gern, versprochen. Und es fühlt sich gut an, etwas zu tun.“
Ich drückte sie zurück, wischte Tränen weg. „Du tust mehr, als du weißt, Baby.“
Die Nachbarn kamen nach und nach herüber, angelockt von dem Schild, den Spielzeugen und Avas sanftem Mut. Mrs. Sanders kaufte drei Tiere und sagte zu Ava: „Deine Mama hat die tapferste kleine Krankenschwester der Stadt.“
Mr. Todd, der mich sonst kaum beachtete, reichte Ava einen zerknitterten 20-Dollar-Schein und sagte: „Für den besten gehäkelten Hund, den ich je gesehen habe.“
„Ich mache das gern, versprochen.“
Ich küsste Ava auf den Kopf, die Wangen noch feucht, und ging hinein, um mich auszuruhen. Ihre Stimme drang leise und ernst durch das Fenster: „Danke, Ma’am. Diesen habe ich gemacht, weil Mama Schildkröten mag.“
Der Himmel war rosa-golden gestreift, als sich das Geräusch änderte, ein tiefes Grollen, das mich aufhorchen ließ.
Durch den Vorhang sah ich ein Motorrad vorfahren, der Fahrer in einer abgenutzten Lederjacke und zerkratztem Helm.
Er stellte den Motor ab und musterte unseren Garten.
Ich zog meine Schuhe an, halb ängstlich, halb neugierig. Als ich auf die Veranda trat, hörte ich Avas Stimme, ruhig, aber leicht zitternd: „Hallo, Sir. Willst du ein Spielzeug kaufen? Ich habe sie selbst gemacht. Sie sind für Mamas Medizin.“
Der Mann hockte sich hin und hob einen gehäkelten Hasen auf. Er drehte ihn in der Hand. „Hast du die selbst gemacht?“
Ava nickte. „Meine Oma hat es mir beigebracht. Mama sagt, ich bin richtig gut geworden.“
Er lächelte und stellte den Hasen zurück. „Unglaublich. Dein Vater hätte sie geliebt. Weißt du, er hat mich einmal gezwungen, ihm beim Bau eines Vogelhauses zu helfen, und es war so schief, dass die Vögel nicht mal hinsahen.“
Avas Augen weiteten sich. „Du kanntest meinen Vater?“
Er nickte, einen Moment still. „Ja, habe ich. Ich habe lange versucht, deine Mama zu finden, Ava.“
„Ava, Schatz“, begann ich. „Willst du nicht ein Glas Wasser holen und nach dem Abendessen sehen?“ Ich versuchte, meine Stimme ruhig zu halten.
„Du kanntest meinen Vater?“
Meine Tochter schaute zwischen uns hin und her, spürte, dass etwas anders war. „Okay, Mama. Geht es dir gut?“
„Ich werde schon, Schatz. Geh einfach kurz hinein.“
Als sie weg war, stand der Mann auf und zog seinen Helm ab.
Mein Atem stockte. Dieses Gesicht, älter jetzt, rau an den Rändern, aber unverkennbar.