Letzte Woche saß ich an der Schwesternstation und beendete Papierkram, als die Sozialarbeiterin mit einer dicken Akte kam.
Sie seufzte, als sie sie auf den Tisch legte.
„Neue Aufnahme aus der Notaufnahme“, sagte sie. „Massiver Hirninfarkt.“
Ich nickte. „Schlaganfall?“
„Ein schlimmer.“
Sie blätterte durch die Unterlagen. „Rechtsseitige Lähmung. Eingeschränkte Sprache. Braucht Rund-um-die-Uhr-Betreuung.“
„Familiäre Unterstützung?“ fragte ich.
Die Sozialarbeiterin lachte trocken. „Nicht wirklich.“
„Was ist passiert?“
Sie lehnte sich gegen die Theke.
„Die Frau hat ihn am Eingang abgesetzt und ist weggefahren.“
„Massiver Hirninfarkt.“
„Ernsthaft?“
„Am Morgen die Scheidung eingereicht“, sagte sie. „Offenbar hat sie der Aufnahmekrankenschwester gesagt, sie sei zu jung, um Pflegerin zu sein.“
Etwas Kaltes lief mir den Rücken hinunter. Die Worte kamen mir seltsam bekannt vor.
„Haben wir Hintergrundinfos?“ fragte ich leise.
Sie reichte mir die Akte. „Nicht viel Familie vermerkt.“
Ich öffnete den Ordner.
Als ich den Namen und das Geburtsdatum des Patienten sah, erstarrten meine Hände.
Das Zimmer fühlte sich plötzlich zu klein an.
Denn der Name auf der Akte war einer, den ich seit Jahren nicht mehr ausgesprochen hatte.
Als ich Zimmer 304 betrat, roch es leicht nach Desinfektionsmittel und Plastikschläuchen.
Ich stand einen Moment vor der Tür, bevor ich sie öffnete.
Der Mann, der dort lag, sah älter aus, mit grauem Haar und eingefallenen Wangen.
Eine Seite seines Körpers lag steif unter der Decke.
Ein Mann, mit dem ich seit Jahren nicht gesprochen hatte.
Als er mich sah, flackerte Panik in seinem Gesicht auf.
Erkennung folgte, traf ihn wie ein Schlag.
Seine linke Hand begann heftig unter der Decke zu zittern, während sein Mund kämpfte, Worte zu formen.
„Ke… Kelly…“
Ich ging langsam auf den Mann zu, den ich einmal meinen Vater genannt hatte.
Meine Brust fühlte sich eng an.
Er starrte mich an, als wäre ich das einzige Feste in der Welt.
Panik flackerte in seinem Gesicht.
Dann presste er die Worte hervor.
„Ver…lass… mich nicht.“
Seine zitternde Hand tastete unter der Decke.
„Bitte“, sagte er. „Nimm das.“
Er drückte mir etwas in die Hand, das er seit der Aufnahme festgehalten hatte.
Ich blickte nach unten.