Während das Sicherheitsvideo lief, stöhnte Nancy.
„Wir wissen, Sicherheitsgurte, Sauerstoff, blah blah blah.“
Der Mann am Gang sah hoch, eine Augenbraue erhoben. Nancy starrte ihn nur an, bereits bei ihrer dritten Beschwerde des Tages.
Ich versuchte, mich auf meinen Atem zu konzentrieren – eine der wenigen Schwangerschaftstechniken, die halfen.
„Vier zählen beim Einatmen, sechs beim Ausatmen.“
Aber Nancys Präsenz war wie statische Störungen. Ihre Tasche kroch über meine Füße.
Ihr Getränk landete auf meinem Tisch, sobald der Service begann. Alle paar Minuten drückte sie die Ruf-Taste für „mehr Zitronenscheiben“ oder um sich über den „komischen“ Käsegeruch zu beschweren.
Bis wir unsere Reiseflughöhe erreicht hatten, hatte ich Nancy mindestens fünf Mal den Knopf drücken sehen.
Jedes Mal handhabte Stacey es mit einer Coolness, die ich beneidete, doch die gespannte Linie in ihrem Kiefer erzählte die wahre Geschichte.
Nach einer weiteren Zitronenbestellung legte Stacey den Becher ab und warf mir einen kurzen Blick zu – gleichzeitig wie eine Entschuldigung und ein SOS.
Ich sah aus dem Fenster, obwohl nichts zu sehen war außer Wolken und grellem Licht.
Normalerweise liebte ich das Fliegen. Normalerweise war ich die Person, die Snacks mitbrachte, Kaugummi teilte und heimlich Leute verurteilte, die aufstanden, bevor das Anschnallzeichen ausging.
Aber die Schwangerschaft hatte jedes kleine Unbehagen vergrößert. Mein Rücken schmerzte, meine Rippen fühlten sich von innen wie blau an, selbst der BH begann sich wie ein Verrat an mir anzufühlen.
Ich sagte mir immer wieder: nur nach Hause.
Zuhause bedeutete Hank summend in der Küche. Meine älteste Sweatshirt, das verblasste blaue mit dem lockeren Bündchen. Pasta in einer abgenutzten Schüssel und unser Baby, das tritt, während ich auf dem Sofa lag, die Füße in seinem Schoß.
Ich konzentrierte mich so sehr auf diese Version des Abends, dass es fast half.
Doch die Schwangerschaft hatte jedes kleine Unbehagen vergrößert.
Ich versuchte, Nancys Kommentare auszublenden, indem ich meine abgewetzte Ausgabe von „The Honest Mom’s Guide to Pregnancy“ aufschlug. Es sollte beruhigend sein, doch ich las immer wieder denselben Satz über Atemübungen.
„Konzentriere dich auf dein Zentrum,“ stand da. Mein „Zentrum“ kämpfte gerade gegen Sodbrennen und einen zu engen Sicherheitsgurt.
Schließlich lullte mich das leise Brummen der Triebwerke und das sanfte Dröhnen von Nancys Beschwerden in einen Halbschlaf. Plötzlich riss ich hoch.
Für einen schwindligen Moment dachte ich, vielleicht sei mein Tablett gefallen oder der Sitz kaputt.
Dann sah ich es. Nancy, völlig entspannt, hatte ihre Schuhe ausgezogen und, unglaublich, beide nackten Füße direkt auf meinem Tisch platziert.
Ein Fuß drückte gegen meine Unterlagen. Meine halb leere Teetasse stand gefährlich nahe an ihrer Ferse.
Ich setzte mich auf.
„Entschuldigung, könnten Sie bitte Ihre Füße wegnehmen?“
Nancy sah nicht einmal auf. „Ja? Und was wirst du tun, wenn ich es nicht tue?“ fragte sie, ohne mit der Wimper zu zucken, blätterte durch ihre Zeitschrift.
Ich drückte den Knopf für die Flugbegleiterin. „Sie stellen Ihre Füße auf mein Tablett. Dort kommt mein Essen hin. Das geht nicht.“
Sie schnaubte. „Es sind nur Füße. So sitze ich bequemer. Du nimmst ohnehin schon genug Platz für uns beide ein, weißt du.“
Ich traf ihren Blick, gab nicht nach. „Ich bin sieben Monate schwanger. Bitte nehmen Sie Ihre Füße weg.“
Sie rollte mit den Augen, stemmte die Fersen in den Boden, buchstäblich. „Schwangere Frauen meinen immer, die ganze Welt müsse für sie anhalten.“
„Sie stellen Ihre Füße auf mein Tablett. Dort kommt mein Essen hin.“
Bevor ich antworten konnte, erschien Stacey und erfasste die Situation sofort.
„Gibt es hier ein Problem?“
„Sie hat ihre Füße auf mein Tablett gelegt und weigert sich, sie wegzunehmen.“
Die Flugbegleiterin verengte die Augen. „Gnädige Frau, Ihre Füße müssen auf dem Boden bleiben. Bitte nehmen Sie sie weg, sonst muss ich Ihnen einen neuen Platz zuweisen.“
Nancy schnaubte, zog dann aber schließlich ihre Füße nach unten und murmelte: „Unglaublich.“
„Bitte nehmen Sie sie weg, sonst muss ich Sie umsetzen.“